Mein Kurzurlaub – Part I

Ich hatte mir schon lange vorgenommen Singapur mal über das Wochenende zu verlassen, doch habe ich es bisher nicht geschafft, weil ich es mir meist zu kurzfristig überlegt habe. Letzte Woche habe ich mir schließlich einen Ruck gegeben und meinen Chef nach zusätzlich zwei freien Tagen gefragt. Somit hatte ich 4 Tage zum verreisen. Mein Plan war: von Singapur nach Krabi in Thailand zu fliegen und von da aus weiter nach Ko Phi Phi zu fahren. Ihr fragt euch, warum gerade diese Orte? Nun ja, ich habe vor nicht all zu langer Zeit auf einem Reiseblog Bilder von den Mangrovenwäldern um Krabi und den Stränden von Ko Phi Phi gesehen und war sofort begeistert. Da Phi Phi nur per Boot zu erreichen ist, war Krabi praktischerweise die nächste Stadt, die einen Fähranleger und einen Flughafen besaß. Der Hin- und Rückflug waren schnell gebucht – Samstag Mittag hin und Dienstag Nachmittag zurück. Bei der Planung der Aktivitäten habe ich ein bisschen im Internet gegoogelt und einen Reiseführer studiert.

Der Flug war mit ca. 1,5h vergleichsweise kurz, zu dem was ich zuletzt geflogen bin. Beim Anflug auf Krabi habe ich nichts weiter als Plantagen und Wälder aus Palmen gesehen. Ab und zu sah man noch eine kleine Siedlung und ein paar Straßen. Der Flughafen liegt mitten im Grünen und die Landebahn konnte ich erst kurz vor dem Aufsetzen sehen. Die Fahrt im Taxi vom Flughafen zum Hostel war aufgrund der Fahrweise des Fahrers (aber auch aller anderen Verkehrsteilnehmer) abenteuerlich. Leicht verkrampft, doch wohlbehalten stieg ich eine halbe Stunde später am Hostel aus. Da es erst nachmittags war, wollte ich den restlichen Tag noch nutzen und etwas unternehmen. Aus dem Reiseführer habe ich entnommen, dass nicht weit von der Stadt entfernt der “Tiger Cave Temple” liegt. “Cool, ein Tempel”, habe ich mir gedacht und mich im Songthaew, einem Taxi-Truck auf den Weg gemacht. Es handelt sich dabei um einen Pick-up, dessen Ladefläche mit Sitzen ausgestattet ist. Also eine einfache, aber sehr günstige Art von A nach B zu kommen.

Am Tempel angekommen stand ich vor einem Schild, dass mir einen Aufstieg von 1250 Stufen ankündigte. Neugierig was mich oben erwartet, begann ich diese zu erklimmen. Freundlicherweise haben die Bewohner in regelmäßigen Abständen die Anzahl der bereits geschafften Stufen auf die Pfosten des Geländers geschrieben, doch vor allem am Anfang und am Ende bereut man jeden Blick auf die Zahlen. Zwischenzeitlich habe ich mir gewünscht, ich hätte mich einfach für einen Spaziergang durch die Stadt entschieden. Kurz vor der Hälfte, holte ich einen Mönch und Jungen ein, die eiligst über das Geländer kletterten. Sie sahen mich und meinten zu mir, dass ich mich doch beeilen soll, da es gleich regnen wird. Tatsächlich hörte man schon das Rauschen des nahenden Regens. Also nahm ich die letzten Stufen im Eiltempo und so wie ich unter das Wellblechdach trat, ging auch schon der Regenguss los. Das nenne ich mal Timing 😀 Der Mönch meinte in gebrochenem Englisch, dass der Regen nicht länger als zehn Minuten dauern wird und so nutzten wir die Zeit und unterhielten uns. Na gut, eigentlich hat mich der Mönch mit Fragen über meine Herkunft und meine Pläne gelöchert, aber das war auch okay^^

Nach dem der Regen nachließ erklommen wir die zweite Hälfte der Treppe. Ich war beeindruckt von der Kondition des Alten Mannes, denn trotz seiner über 70 Jahre war er nur unwesentlich langsamer als ich. Sein Geheimnis: er läuft die Strecke mindestens einmal am Tag.

Oben angekommen erwartete mich ein grandioser Ausblick über die Provinz Krabi. Der Regen hatte die Luft rein gewaschen und man konnte fast den Horizont erkennen. Das Licht der schwindenden Sonne gab dem ganzen noch einen mystischen Charakter. Ich weiß nicht wie lange ich da oben stand und einfach nur den Blick genoss… 30min? Oder sogar 60min? Als es jeden Falls immer dunkler wurde, ging ich die Treppen wieder herunter. Unterwegs wurde ich noch von einem Affen belästigt, der mir erst den Weg versperrte und dann die Knöpfe von meiner Strickjacke fressen wollte. Nur mit Mühe konnte ich ihn im wahrsten Sinne des Wortes abschütteln, auch aus Angst er könnte mich beißen. Erschöpft und froh über eine Dusche, kam ich im Hostel an. Die Bilder von diesem beeindruckenden Ausblick rief ich mir im Bett liegend noch einmal in Erinnerung und ließen mich, zum einen mit einer tiefen Zufriedenheit, aber auch mit einer gewissen Neugier was mich als nächstes erwartet, einschlafen.

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